Zivilisationskrankheiten: Wie wir Haustiere vor Krebs, Übergewicht & Diabetes schützen

In einer Welt, in der wir Menschen immer häufiger mit sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder chronischen Entzündungen konfrontiert sind, bleibt eine beunruhigende Entwicklung oft unbemerkt: Auch unsere geliebten Haustiere leiden zunehmend unter genau diesen Problemen. Krebs, Epilepsie und starkes Übergewicht sind bei Hunden und Katzen auf dem Vormarsch und stellen viele Besitzer vor große Sorgen und Herausforderungen. Doch was sind die Ursachen für diesen alarmierenden Trend? Und noch wichtiger: Was können wir tun, um unsere vierbeinigen Familienmitglieder zu schützen und ihnen zu helfen?

Die erfahrene Tierärztin Dr. Jutta Ziegler schlägt in einem aufschlussreichen Gespräch Alarm und beleuchtet die tiefgreifenden Zusammenhänge zwischen moderner Lebensweise, Ernährung und den häufigsten Krankheiten bei Haustieren. Sie vertritt einen klaren Standpunkt: Viele dieser Leiden sind hausgemacht und die Lösung liegt nicht allein in der konventionellen Schulmedizin, sondern in einem ganzheitlichen Umdenken. Dieser Artikel fasst ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen, erklärt die komplexen Themen in einfachen Worten und gibt mit greifbaren Beispielen praktische Ratschläge für jeden Tierbesitzer.



Die tickende Zeitbombe: Krebs bei Hunden und Katzen


Die Diagnose Krebs ist für jeden Tierbesitzer ein Schock. Besonders beunruhigend ist, dass nicht mehr nur alte Tiere betroffen sind, sondern immer häufiger auch junge Hunde und Katzen Tumore entwickeln. Dr. Ziegler sieht hier einen klaren Zusammenhang mit unserer modernen Umwelt und Lebensweise. Sie vergleicht die Situation mit einem Fass, das überläuft: Jahrelange Belastungen durch verschiedenste negative Einflüsse summieren sich, bis der Körper nicht mehr gegensteuern kann und eine Krankheit wie Krebs ausbricht.


Was füllt das Fass? Die Ursachen aus naturheilkundlicher Sicht

Nach Dr. Zieglers Erfahrung sind es vor allem drei Faktoren, die das „Fass“ unserer Haustiere zum Überlaufen bringen:

1. Umweltgifte: Pestizide auf den Feldern, Schwermetalle im Wasser, chemische Reinigungsmittel im Haushalt – unsere Tiere sind tagtäglich einer Vielzahl von Giftstoffen ausgesetzt, die ihr Immunsystem schwächen.

2. Fehlernährung: Der größte Kritikpunkt von Dr. Ziegler ist die Fütterung mit herkömmlichem Trockenfutter. Dieses enthält oft einen hohen Anteil an Stärke und Getreide, was für Fleischfresser wie Hunde und Katzen nicht artgerecht ist. Diese „falschen Kalorien“ können Entzündungen im Körper fördern und das Krebswachstum begünstigen.

3. Chemische Belastungen: Regelmäßige Impfungen, Wurmkuren und vor allem die dauerhafte Gabe von Nervengiften in Form von Parasitenmitteln (z. B. gegen Zecken und Flöhe) stellen eine erhebliche Belastung für den Organismus dar und können das empfindliche Gleichgewicht des Körpers stören.


Alternative Wege in der Krebstherapie: mehr als nur Chemo

Wenn ein Tier an Krebs erkrankt ist, bietet die Naturheilkunde ergänzende oder alternative Ansätze zur konventionellen Chemotherapie. Ziel ist es, das Tumorwachstum zu verlangsamen, die Lebensqualität zu verbessern und den Körper im Kampf gegen die Krankheit zu unterstützen.

• Artemisia annua (einjähriger Beifuß): Diese Pflanze wird in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange eingesetzt. Ihr Wirkstoff Artemisinin kann in Verbindung mit Eisen gezielt Krebszellen angreifen und zerstören, während gesunde Zellen verschont bleiben. Beispiel: Ein Hund mit einem Milztumor könnte zusätzlich zur tierärztlichen Behandlung einen Extrakt aus Artemisia annua erhalten, um das Wachstum des Tumors zu hemmen.

• Vitamin B17 (Amygdalin): Dieses Vitamin kommt natürlich in Aprikosenkernen vor. Es wirkt im Körper ähnlich wie eine milde Chemotherapie, indem es gezielt Krebszellen abtötet. Die Anwendung sollte jedoch immer unter fachkundiger Aufsicht erfolgen. Beispiel: Eine Katze mit einem Plattenepithelkarzinom könnte eine genau dosierte Menge an Vitamin B17 bekommen, um die Ausbreitung der Krebszellen zu bekämpfen.

• Ketogene Diät für Hunde: Krebszellen ernähren sich hauptsächlich von Zucker. Eine ketogene Diät entzieht dem Tumor seine Nahrungsgrundlage, indem sie radikal auf Kohlenhydrate verzichtet und stattdessen auf hochwertige Fette und Proteine setzt. Der Körper des Hundes stellt seinen Stoffwechsel um und produziert sogenannte Ketonkörper als alternative Energiequelle. Beispiel: Ein Golden Retriever mit einem Lymphom wird von Trockenfutter auf eine Diät aus rohem Fleisch, gesundem Fett (z. B. Kokosöl) und faserreichem Gemüse umgestellt. Dies kann helfen, den Tumor „auszuhungern“ und das Allgemeinbefinden des Hundes zu verbessern.


Wenn die Nerven blank liegen: Epilepsie bei Haustieren


Ein epileptischer Anfall ist für Tier und Mensch ein erschreckendes Erlebnis. Die unkontrollierten Krämpfe und der Bewusstseinsverlust machen hilflos. Dr. Ziegler beobachtet, dass Epilepsie oft eine Folge von Nervengiften ist, die sich im Körper anreichern. Besonders kritisch sieht sie hierbei die weit verbreiteten Medikamente gegen Parasiten, die als Spot-on-Präparate oder Tabletten verabreicht werden und dauerhaft im Blutkreislauf des Tieres verbleiben.


Entgiftung als Schlüssel zur Heilung

Der Behandlungsansatz von Dr. Ziegler bei Epilepsie ist daher primär die Entgiftung des Körpers, um die schädlichen Substanzen auszuleiten.

• Zeolith: Dieses Vulkangesteinspulver hat die Fähigkeit, Giftstoffe im Darm zu binden und sicher aus dem Körper zu transportieren. Es wirkt wie ein Schwamm, der den Organismus von innen reinigt. Beispiel: Ein Kater, der zu epileptischen Anfällen neigt, bekommt täglich eine kleine Menge Zeolith unter sein Futter gemischt, um die Nervengifte, die sich über die Jahre angesammelt haben, langsam auszuleiten.

• Nährstofftherapie: Ein durch Giftstoffe geschädigtes Nervensystem benötigt gezielte Unterstützung, um sich zu regenerieren. Wichtige Nährstoffe sind hierbei:

• B-Vitamine: Sie sind essenziell für die Funktion des Nervensystems.

• Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und unterstützen die Gehirnfunktion.

• CBD (Cannabidiol): Dieser nicht-psychoaktive Wirkstoff aus der Hanfpflanze kann helfen, die Krampfschwelle zu erhöhen und die Nerven zu beruhigen.


Das stille Leiden: Übergewicht als Volkskrankheit


Ein paar Kilo zu viel auf den Rippen mögen harmlos erscheinen, doch Übergewicht (Adipositas) ist eine ernstzunehmende Krankheit, die zu Diabetes, Gelenkproblemen und Herzerkrankungen führen kann. Die Ursache ist laut Dr. Ziegler meist nicht zu viel Futter, sondern das falsche Futter. Stärkehaltiges Trockenfutter liefert „leere Kalorien“, die schnell zu Fettpolstern führen, ohne das Tier langanhaltend zu sättigen.


Disziplin ist alles: der Weg zum gesunden Gewicht

Die Lösung für Übergewicht ist einfach, aber nicht immer leicht umzusetzen: eine konsequente Futterumstellung und eiserne Disziplin seitens des Besitzers.

• Weg mit dem Trockenfutter: Der erste und wichtigste Schritt ist die Umstellung auf eine artgerechte Ernährung mit hochwertigem Nassfutter oder Rohfutter (BARF). Dies versorgt das Tier mit allen wichtigen Nährstoffen, ohne es mit unnötigen Kohlenhydraten zu belasten.

• Keine Leckerlis zwischendurch: Auch wenn es schwerfällt, müssen Leckerlis und Essensreste vom Tisch tabu sein. Jede zusätzliche Kalorie zählt. Beispiel: Ein übergewichtiger Labrador, der ständig bettelt, bekommt anstelle von Hundekeksen nur noch ein Stück Gurke oder Karotte als Belohnung. Seine Hauptmahlzeiten werden genau abgewogen und er wird von Trocken- auf Nassfutter umgestellt. Langsam aber sicher wird er so sein Idealgewicht erreichen.


Fazit: Zurück zur Natur für gesunde Haustiere


Die Thesen von Dr. Jutta Ziegler sind ein Weckruf für alle Tierhalter. Sie zeigen, dass wir eine große Verantwortung für die Gesundheit unserer Vierbeiner tragen. Anstatt uns blind auf die Versprechen der Futtermittelindustrie und die routinemäßige Gabe von chemischen Medikamenten zu verlassen, sollten wir kritisch hinterfragen und zu einem natürlicheren Umgang mit unseren Tieren zurückfinden. Eine artgerechte, frische Ernährung, ein bewusstes Management von Impfungen und Parasitenschutz sowie die Unterstützung des Körpers mit natürlichen Mitteln können entscheidend dazu beitragen, das „Fass“ gar nicht erst überlaufen zu lassen. Denn ein gesundes Tier ist ein glückliches Tier – und das liegt zu einem großen Teil in unserer Hand.


Die Quelle des Lebens: die oft unterschätzte Rolle von Wasser


Neben der festen Nahrung spielt auch die Wasseraufnahme eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unserer Haustiere, ein Punkt, der oft übersehen wird. Insbesondere bei einer Ernährung, die hauptsächlich auf Trockenfutter basiert, ist die Wasserzufuhr kritisch. Trockenfutter enthält nur einen sehr geringen Feuchtigkeitsanteil (oft unter 10 %), während die natürliche Beute von Hunden und Katzen, wie Mäuse oder kleine Vögel, zu etwa 70–80 % aus Wasser besteht.

Wenn ein Tier Trockenfutter frisst, muss es die fehlende Flüssigkeit durch Trinken ausgleichen. Viele Tiere, insbesondere Katzen, haben von Natur aus jedoch ein geringes Durstempfinden und trinken nicht ausreichend, um diesen Mangel zu kompensieren. Dies kann zu einer chronischen Dehydration führen, die die Nieren stark belastet und die Bildung von Harnsteinen und -kristallen begünstigt. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr verdickt das Blut, erschwert den Nährstofftransport und verlangsamt die Ausscheidung von Giftstoffen. Ein gut hydrierter Körper ist hingegen widerstandsfähiger und kann besser mit den täglichen Belastungen umgehen. Die Umstellung auf Nassfutter oder BARF, welches einen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweist, ist daher nicht nur aus ernährungsphysiologischer Sicht, sondern auch zur Sicherstellung einer ausreichenden Wasseraufnahme ein entscheidender Schritt in Richtung eines gesünderen Tierlebens.



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