Gute Nachricht zuerst: Die Zahlen sind verfügbar. Schlechte Nachricht: Das Defizit ist seit Corona zwar zurückgegangen, 2024 aber wieder deutlich angestiegen — und die kurzfristigen Sparpotenziale sind begrenzt und politisch schwer umzusetzen. Weiter unten zeige ich die offiziellen Jahres-Defizite ab 2020, die wichtigsten Kostentreiber und ein konservatives / moderates / optimistisches Sparszenario mit plausiblen Summen (mit Quellen und Annahmen).

1) Jahres-Defizite (Maastricht / allgemeine Staatsbilanz) — 2020–2024 (€-Beträge)
Alle Zahlen: offizielle Veröffentlichungen von Statistik Austria / BMF (jeweils angegeben).
- 2020: −30,5 Mrd. (ca. − 8,0 % des BIP). STATISTIK AUSTRIA
- 2021: −23,9 Mrd. (−5,9 % des BIP). STATISTIK AUSTRIA
- 2022: −15,3 Mrd. (−3,4 % des BIP). STATISTIK AUSTRIA
- 2023: −12–13 Mrd. (≈ −2,6…2,7 % des BIP). (Statistik Austria veröffentlicht 2023 mit ~€12.4–12.7 Mrd.). STATISTIK AUSTRIA+1
- 2024: −22,5 Mrd. (−4,7 % des BIP) — deutlicher Anstieg, vor allem wegen Lohn-/Pensionserhöhungen, Valorisation und Energie-Maßnahmen. STATISTIK AUSTRIA
Kurzform: Nach großen Corona-Defiziten fiel das Defizit 2022/2023 deutlich, 2024 stieg es jedoch wieder stark an — damit liegt Österreich (2024) deutlich über der EU-Maastricht-Grenze von 3 % und steht unter Druck (auch EU-Verfahren drohten). STATISTIK AUSTRIA+1
2) Wichtige Ausgabenblöcke (Basiswerte, Quellen)
(ich nutze hier die zuletzt veröffentlichten offiziellen Werte, damit Sparpotenziale realistisch geschätzt werden können)
- Sozialleistungen (gesamt, 2024): ≈ €119,8 Mrd. (davon monetäre Sozialleistungen ≈ €97,1 Mrd.). STATISTIK AUSTRIA
- Personalaufwand / Entgelte der Verwaltung (Compensation of employees, 2024): ≈ €55,5 Mrd. (alle Ebenen). STATISTIK AUSTRIA
- Gesundheitsausgaben (Gesamt 2023): ≈ €52–53 Mrd., davon öffentlicher Anteil ≈ €40,5 Mrd. (2023; 2024 steigt tendenziell.) STATISTIK AUSTRIA
- Subventionen (2024): ≈ €9,6 Mrd. (Statistik Austria – siehe Tabelle.) STATISTIK AUSTRIA
- Kosten „Grundversorgung / Asyl“ (Beispiel 2022): Parlament/Reports nennen ≈ €435 Mio. Für Grundversorgung 2022 (ein signifikanter, aber kleiner Block gegenüber Sozialausgaben). Rechnungshof-Reports zeigen zudem große operative Kosten und etwa 85.000 Personen in Grundversorgung Mitte 2023. Parlament Österreich+1
(→ Diese Basiszahlen nutze ich unten, um realistische kurzfristige Einsparungen zu schätzen.)
3) Was lässt sich kurzfristig sparen? (Prinzipien & Einschränkungen)
Kurzfristig heißt: Maßnahmen, die innerhalb von 6–18 Monaten umgesetzt werden können ohne jahrelange Gesetzesnovellen oder langwierige Infrastruktur-Projekte. Wichtige Einschränkungen:
- Viele Sozialleistungen sind rechtlich geschützte Ansprüche (Pensionen, Kindergeld, Mindestsicherung) — kurzfristige Kürzungen sind begrenzt oder verfassungsrechtlich/sozialpolitisch problematisch.
- Lohn-/Pensionserhöhungen lassen sich teilweise neu verhandeln (vgl. aktuelle Verhandlungen/Neujustierungen), sind aber politisch und arbeitsrechtlich heikel. Reuters+1
- Einsparungen durch Effizienz (Digitale Beschaffung, weniger Überstunden, Zentralbeschaffung) sind rascher möglich als Leistungsabbau, liefern aber kleinere Beträge pro Jahr.
- Realistische Sparpläne kombinieren (a) Sofortmaßnahmen (Verwaltung, Struktur), (b) temporäre Einschränkungen/Indexstopps bei automatischen Anhebungen, (c) gezielte Kürzungen bei Subventionen und Programmen.
4) Konkrete kurzfristige Sparoptionen — mit Summen (Annahmen transparent angegeben)
Ich gebe pro Bereich Konservativ / Realistisch / Optimistisch (niedrig – mittel – hoch). Die Bereiche sind addierbar, aber politische/soziale Wechselwirkungen (z. B. höhere Armut → höhere Sozialkosten) können Effekte reduzieren.
A. Beamten / Personal (Compensation of employees ≈ €55,5 Mrd., 2024) — Basis: Statistik Austria. STATISTIK AUSTRIA
- Konservativ (sehr realistisch): Einsparung durch Nachverhandlung bereits vereinbarter Lohnerhöhungen wie in jüngstem Fall: €0,31 Mrd. (Reuters-Bericht: Neuverhandlung spart ≈ €310 Mio.). Reuters
- Realistisch (weitere Sofortmaßnahmen): Einstellungsstopp / natürliche Fluktuation / Overtime-Senkung → ≈ 4–6 % von €55,5 Mrd. = €2,2–3,3 Mrd. (innerhalb 12–18 Monate möglich).
- Optimistisch: zusätzlich Bürokratie-/Strukturreformen kurzfristig → bis 8 % = €4,4 Mrd. (politisch anspruchsvoll).
B. Sozialsystem (monetäre Sozialleistungen ≈ €97,1 Mrd., 2024) — Basis: Statistik Austria. STATISTIK AUSTRIA
- Konservativ: Verzicht auf automatische Valorisation für 1 Jahr bzw. Moderate Verzögerung → 1 % = €0,97 Mrd.
- Realistisch: gezielte Indexpause + Kürzung besonderer Zulagen/Leistungen für spezifische Gruppen → 2–3 % = €1,9–2,9 Mrd.
- Optimistisch (politisch heikel): schärfere Anspruchsprüfungen / Kürzung von Zulagen → 4–6 % = €3,9–5,8 Mrd.
C. Gesundheit / Spitäler (öffentlicher Anteil ≈ €40,5 Mrd., 2023) — Basis: Statistik Austria. STATISTIK AUSTRIA
- Konservativ: Effizienz- und Beschaffungsmaßnahmen (Medikamente, Geräte zentral einkaufen) → 1 % = €0,4 Mrd.
- Realistisch: Plus Schicht-/Überstunden-Reduktion, Belegungsoptimierung → 1–2 % = €0,4–0,8 Mrd.
- Optimistisch: Restrukturierung / Schließung Doppelangebote (teilweise) → 3 % = €1,2 Mrd. (kurzfristig schwer zu politisieren)
D. Asyl / Grundversorgung (Beispielwert: €0,435 Mrd. Grundversorgung 2022) — Basis: Parlament & Rechnungshof (2022). Parlament Österreich+1
- Konservativ: Straffere Rückführungen / schnellere Verfahren → €0,1–0,3 Mrd. p.a.
- Realistisch: Maßnahmepaket (Verfahrensbeschleunigung + Kostenaufteilung Länder/Bund) → €0,3–0,7 Mrd.
- Optimistisch: Stärkere Restriktionen und Rückführungen (politisch sehr umstritten) → €0,7–1,0 Mrd.
E. Subventionen & sonstige Transfers (Subventionen 2024 ≈ €9,6 Mrd.) — Basis: Statistik Austria. STATISTIK AUSTRIA
- Konservativ: Streichung klar suboptimaler Zuschüsse → €0,5–1,0 Mrd.
- Realistisch: Kürzung 10–20 % kurzfristig → €1,0–2,0 Mrd.
- Optimistisch: tiefere Überprüfung und Stopp vieler Programme → €2,0–3,0 Mrd.
F. Beschaffung / digitale Effizienz / Verwaltung (kleinere Blöcke)
- Konservativ: bessere Rahmenverträge + kein Luxus-IT → €0,3–0,5 Mrd.
- Optimistisch: tiefere Digitalisierungs-Effekte & Einsparungen in Extrahaushalten → €0,5–1,5 Mrd.
5) Gesamtszenarien — Was ist kurzfristig (innerhalb ~1 Jahr) realistisch zu sparen?
Ich fasse die obigen Bereiche in drei Szenarien zusammen. Wichtig: Das sind Szenarios-Summen basierend auf den oben genannten Annahmen — keine Versprechen, sondern realistische Schätzungen mit Risiken und politischen/gesetzlichen Haken.
A) Konservatives Szenario (politisch am leichtesten durchsetzbar):
- Beamten-Lohn-Nachverhandlung: €0,31 Mrd.
- Personal (Einstellungsstop, Overtime, sehr moderat): €2,2 Mrd. (weniger als 4 %)
- Sozialleistungen (1 % Indexpause): €0,97 Mrd.
- Gesundheitseffizienz (1 %): €0,4 Mrd.
- Asyl / Grundversorgung: €0,15 Mrd.
- Subventionen & Sonstiges: €0,5 Mrd.
- Beschaffung/Verwaltung: €0,3 Mrd.
→ Gesamt kurzfristig: ≈ €5,8–6,0 Mrd. Pro Jahr.
B) Realistisches / mittleres Szenario (kombiniert mutigere Maßnahmen):
- Beamten: €2,8–3,3 Mrd. (Einstellungsstopp 5 %) + €0,31 Mrd. bereits verhandelt ≈ €3,1–3,6 Mrd.
- Soziales: 2–3 % → €1,9–2,9 Mrd.
- Gesundheit: 1–2 % → €0,4–0,8 Mrd.
- Asyl: €0,3–0,7 Mrd.
- Subventionen: €1,0–2,0 Mrd.
- Beschaffung/Verwaltung: €0,5–1,0 Mrd.
→ Gesamt kurzfristig: ≈ €9,2–11,6 Mrd. pro Jahr (moderater bis ambitionierter Mix).
C) Optimistisches / technisch mögliches Szenario (politisch schwierig, teils sozial umstritten):
- Beamten drastisch (8 %): €4,4 Mrd. + €0,31 Mrd.
- Soziales 4–6 %: €3,9–5,8 Mrd.
- Gesundheit 3 %: €1,2 Mrd.
- Asyl: €0,7–1,0 Mrd.
- Subventionen: €2–3 Mrd.
- Beschaffung/Verwaltung: €1–1,5 Mrd.
→ Gesamt kurzfristig: ≈ €13–16 Mrd. (politisch und rechtlich höchst anspruchsvoll — würde auf starken Gegenwind stoßen.)
6) Bewertung / Empfehlung — Was ist realistisch und sinnvoll?
Kurzfristig (innerhalb von 12 Monaten) sind ≈ €6–12 Mrd. an Einsparungen technisch realistisch, wenn Regierung gleichzeitig: Lohnverhandlungen neu verhandelt, Einstellungsstopps umsetzt, Indexierungen teilweise aussetzt, Subventionen kürzt und Effizienzprogramme (Beschaffung, IT, Spitäler) beschleunigt. Das entspricht etwa dem Umfang der von Politiker/Koalitionen genannten Sparziele (z. B. Aussagen über ~€6 Mrd. Konsolidierungspaket). Reuters+1
- Aber viele kurzfristige Einsparungen sind einmalig oder zeitlich begrenzt (z. B. Einstellungsstopp), und einige (Sozialkürzungen, Pensionseinschnitte) haben soziale Kosten und rechtliche Hürden. Langfristig braucht es Strukturreformen (Steuerbasis verbreitern, nachhaltige Pensionsreform, Effizienz im Gesundheitswesen), nicht nur kurzfristige Cuts.
- EU-Risiko: 2024-Defizit (≈4,7 % BIP) hat bereits EU-Verfahren ausgelöst — das erhöht politischen Druck, rasch konsolidierende Maßnahmen zu ergreifen. STATISTIK AUSTRIA+1
7) Quellen (ausgewählt, wichtigste Referenzen)
- Statistik Austria — „Government deficit of 4.7% in 2024 …“ (Press release, 31.03.2025) — Defizit 2021–2024, Ausgaben-Breakdown. STATISTIK AUSTRIA
- Statistik Austria — „Government debt increased by 20.4 billion euros in 2023“ (Press release, 28.03.2024). STATISTIK AUSTRIA
- Statistik Austria — Expenditure: Health expenditure release (2023 total ≈ €52.8bn; öffentlicher Anteil ≈ €40.5bn). STATISTIK AUSTRIA
- Reuters — Bericht über Neuverhandlung der Beamtenlohnrunde mit Einsparung ≈ €310 Mio. (2025). Reuters
- Rechnungshof / Parlament / EMN-Berichte — Grundversorgung / Asyl-Kosten und Beobachtungen (2022/2023). Der Rechnungshof+1
Fazit — kurz und direkt
- Österreichs Staatshaushalt: Defizit 2024 ≈ €22,5 Mrd. — ein klarer Rückfall und Anlass für Konsolidierung; Staatsverschuldung steigt. STATISTIK AUSTRIA
- Kurzfristig realistisch einsparen: konservativ ≈ €6 Mrd. / Jahr, realistisch kombiniert €9–12 Mrd. / Jahr, optimistisch und politisch schwer durchsetzbar €13–16+ Mrd.
- Diese Einsparungen erfordern Mut zu unpopulären, rechtlich geprüften Schritten (Lohn-/Pensions-Nachverhandlungen, Indexstopps, Subventionsabbau, Effizienzprogramme). Ohne strukturelle Reformen wird das Problem jedoch nur verschoben — Zinslast und Demografie bleiben Treiber der langfristigen Schuldenlast. STATISTIK AUSTRIA+2STATISTIK AUSTRIA+2
Umsetzbarer Konsolidierungsplan
Perfekt — hier ist ein konkreter, umsetzbarer Konsolidierungsplan für Österreich: Schritt-für-Schritt-Maßnahmen, geschätzte kurzfristige (1 Jahr), mittelfristige (1–3 Jahre) und langfristige (>3 Jahre) Einsparvolumina, Rechts-/Politik-Hinweise und Prioritäten. Ich baue auf den aktuellen Zahlen auf (Defizit 2024 ≈ €22,5 Mrd.) und bereits beschlossenen/angekündigten Maßnahmen. STATISTIK AUSTRIA+1
Kurzüberblick (Ziel)
- Status: gesamtstaatliches Defizit 2024 €22,5 Mrd. (4,7 % des BIP). Dringender Konsolidierungsbedarf; Regierung nennt Sparziele >€6 Mrd. p.a. (2025). STATISTIK AUSTRIA+1
- Priorität: kurzfristig Fiskalspielraum schaffen, ohne das System zu destabilisieren — Kombination aus verwaltungsinternen Sparen, Subventionsstreichungen, punktuellen Sozialanpassungen und Effizienzgewinnen.
A. Konkreter Maßnahmenkatalog (nach Priorität & Umsetzbarkeit)
1) Sofortmaßnahmen (innerhalb 3–12 Monate) — politisch möglich, schnell wirksam
- Neuverhandlung bereits vereinbarter Beamten-Lohnerhöhungen / temporäre Aussetzung
- Wirkung: bereits realisiert / möglich €0,31 Mrd. Einsparung (Beispiel: Neuverhandlung brachte €310 Mio.). Weitere moderate Verzögerungen/Phasen könnten zusätzlich bringen. Reuters
- Umsetzung: Vereinbarungen mit Gewerkschaften; rechtlich möglich bei kollektivvertraglichen Nachverhandlungen, politisch sensibel.
- Einstellungsstopp & Überstundenrestriktion im öffentlichen Dienst
- Wirkung (12 Monate): €2,0–3,0 Mrd. (4–6 % des Personalaufwands). Schnell wirksam durch Moratorium auf Neueinstellungen (Ausnahmen: sicherheitsrelevante Bereiche, Gesundheitsnotfälle).
- Umsetzung: Ministerialverordnung + Budgethemmung.
- Stopp / Kürzung nicht-kritischer Subventionen und Förderprogramme
- Wirkung: €1,0–2,0 Mrd. (10–20 % der Subventionsquote kurzfristig erreichbar durch Stopp schlechter Förderungen und Aufschub neuer Programme).
- Umsetzung: Prüfung durch BMF, rasche Aussetzung via Verordnungen/Gesetz.
- Beschaffungs- & Einkaufssparkurs (zentrale Rahmenverträge, Medikamenten-/Geräte-Einkauf)
- Wirkung: €0,3–0,6 Mrd. p.a. sofort durch zentrale Bündelung und Nachverhandlung.
- Umsetzung: BMF-Rahmenauftrag + Taskforce (60–90 Tage).
- Verfahrensbeschleunigung Asyl / Grundversorgung + Kostenverteilung Länder/Bund
- Wirkung: €0,1–0,5 Mrd. kurzfristig; mittelfristig mehr, falls Rückführungen verbessert werden. Rechnungshof fordert Effizienz- und Kontrollmaßnahmen. Der Rechnungshof+1
- Umsetzung: Verwaltungsressourcen bündeln, IT-Unterstützung, Verträge mit Unterkünften neu aushandeln.
Kurzfristiges Sparpotenzial (Summe, konservativ → ambitioniert): ≈ €4,0 – 7,5 Mrd. p.a.
2) Maßnahmen für 1–3 Jahre (mittelfristig) — strukturell & rechtlich kontrolliert
- Gezielte Indexpause / gestaffelte Valorisation bei Sozialleistungen & Pensionen
- Wirkung: €0,9–3,0 Mrd. p.a. (je nach Umfang: 1–3 % der monetären Sozialleistungen oder soziale Staffelung bei Rentenerhöhungen). Beispiel: geplante „soziale Staffelung“ bei Pensionserhöhungen könnte mehrere hundert Mio. bringen (Signale aus Koalitionsgesprächen). DIE WELT
- Umsetzung: Gesetzesänderung bzw. temporäre Verordnung, sorgfältige soziale Ausnahme-Regelungen notwendig.
- Krankenhaus- und Gesundheitsreform: Leistungskonsolidierung & zentrale Beschaffung
- Wirkung: €0,5–1,5 Mrd. p.a. durch Betten-/Leistungsplanung, Einkauf, ambulant-vor-stationär-Shift.
- Umsetzung: Bundes-Länder-Verhandlungen; Stufenplan 18–36 Monate.
- Subventions- und Steuerausgaben-Review (weiche Steuerungsmittel streichen)
- Wirkung: €1–3 Mrd. p.a. durch Eliminierung ineffizienter Förderungen (Greenwashing-Checks, Branchenhilfen).
- Umsetzung: Evaluationsgesetz + Priorisierungsrahmen; Übergangsfrist 12–24 Monate.
- Modernisierung Verwaltung (Digitalisierung, Prozessabbau)
- Wirkung: €0,5–1,5 Mrd. p.a. nach Ramp-up (Jahr 2–3).
- Umsetzung: Projektportfoliomanagement, Initialinvestitionen nötig.
Mittelfristiges Sparpotenzial (1–3 Jahre): ≈ €3,0 – 9,0 Mrd. p.a. zusätzlich zu Sofortmaßnahmen (je nach Ambition)
3) Langfristige Reformen (>3 Jahre) — nachhaltig, strukturell
- Pensionsreform (parametrische Anpassungen, Anhebung effektiver Beitragsdauer, evtl. Staffelung der Indexierung)
- Wirkung: mehrere Mrd. p.a. langfristig (je nach Umfang). Politisch schwierig, aber entscheidend für demografische Nachhaltigkeit.
- Gesundheitssystem-Restrukturierung (Netzwerkbildung, Fallpauschalen, Prävention)
- Wirkung: nachhaltige Kostendämpfung, Qualitätssteigerung.
- Steuerbasis verbreitern / Steuervermeidung bekämpfen
- Wirkung: Umsatz-/Einkommenserhöhung, stabile Einnahmenquelle.
- Föderalismusreform (Kostentragung Länder/Gemeinden)
- Wirkung: Entlastung Bund & klare Zuständigkeiten — politisch heikel, aber substantiell.
Langfristiges Potenzial: > €5 Mrd. p.a. bei umfassenden Reformen wirkt über Dekaden.
B. Konkrete Zahlen-Zusammenfassung (Schnelltabelle, jährliche Wirkungen)
Kurzfristig (0–12 Monate) — realistisch (Kombination):
- Beamten-Lohnnachverhandlung: €0,31 Mrd. (bereits realisiert/angekündigt). Reuters
- Einstellungsstopp/Überstunden: €2,0–3,0 Mrd.
- Subventionsstopp/Kürzung: €1,0–2,0 Mrd.
- Beschaffung/Medikamente/etc.: €0,3–0,6 Mrd.
- Asyl/Grundversorgung-Effizienz: €0,1–0,5 Mrd.
→ Gesamt Kurzfristig: ≈ €4,7 – 6,4 Mrd. (konservativ–realistisch)
Mittelfristig (1–3 Jahre) — zusätzliche Effekte:
- Sozialindex/Pensionen (gestaffelt): €0,9–3,0 Mrd.
- Gesundheit (Konsolidierung): €0,5–1,5 Mrd.
- Subventions-Review/Steuerausgaben: €1,0–3,0 Mrd.
- Verwaltung/Digitalisierung: €0,5–1,5 Mrd.
→ Gesamt mittelfristig zusätzlich: ≈ €2,9 – 9,0 Mrd.
Optimistisches kumuliertes Szenario (Kurz + Mittel, politisch ambitioniert): €8 – 15+ Mrd. p.a. möglich, aber politisch und rechtlich herausfordernd.
(Quellen: Statistik Austria Defizit 2024; Regierungs-/BMF-Statements; Reuters zu Beamten-Einsparung; Rechnungshof-Bericht zur Grundversorgung; Koalitionsdiskussionen zu Pensionen). DIE WELT+4STATISTIK AUSTRIA+4Reuters+4
C. Rechtliche & politische Machbarkeit — schnell check
- Lohnverhandlungen: technisch möglich (Kollektivvertragsverhandlungen) — jedoch hohes Streik-/Protestrisiko. Bereits praktiziert (310 Mio.). Reuters
- Indexstopps / Valorisation: benötigen Gesetzesänderungen oder temporäre Regeln; verfassungskonform bei sozialer Rücksicht. Kritische Gruppen ausnehmen (Geringverdiener, Pflegebedürftige).
- Subventionsstopp: relativ einfach administrativ; politisch von Lobbying betroffen.
- Einstellungsstopp: sofort umsetzbar, aber personelle Engpässe (z. B. Polizei, Gesundheit) müssen ausgenommen werden.
- Asylpolitik (Rückführungen): rechtliche EU-/UNO-Vorgaben beachten; schnelle Verfahren sind möglich, benötigen aber Ressourcen.
D. Priorisierungsempfehlung (was zuerst, weil wirksam & gering konfliktträchtig)
- Beschaffung & Einkauf zentralisieren (schnell, gering gesellschaftlicher Widerstand) — hoher ROI.
- Subventionscheck & sofortiger Stopp offensichtlicher Verschwendung — relativ rasch umsetzbar.
- Einstellungsstopp + Überstundenlimit — schnell, spürbare Einsparung; Ausnahmen regeln.
- Neuverhandlung Lohnpakete + moderate Valorisationseinschränkungen — politisch sensibel, aber notwendig; flankierende Maßnahmen (Entlastungen für Geringverdiener) empfehlen.
- Asyl-Verfahrensbeschleunigung & Kostenverteilung — Effizienz plus Belastungsreduktion.
- Mittelfristig: Gesundheit & Pensionsreform — hohe Hebel, aber längerfristig und politisch anspruchsvoll.
E. Monitoring, Governance & Transparenz
- Rasche Einrichtung einer Budgetsanierungs-Taskforce (BMF-geleitet) mit monatlichem Reporting an Parlament + öffentliches Dashboard (Messbarkeit: €-Sparziel vs. Realisierung).
- Ex-post-Evaluierung der eingesparten Maßnahmen (12 Monate) durch unabhängigen Prüfer (Rechnungshof).
- Sozialer Ausgleichsfonds: Teile der gesparten Mittel gezielt für Schutz von vulnerablen Gruppen einsetzen, um politische Akzeptanz zu erhöhen.
F. Kurzbewertung — Risiko & Chancen
- Risiko: Zu starke einjährige Sozialeinschnitte können BIP-Wachstum drücken und langfristig Steuereinnahmen schmälern.
- Chance: Durch kluge Kombination (Einkauf, Subventionen, Einstellungsstopp, punktuelle Valorisation) lassen sich kurzfristig ~€5–8 Mrd. Realistisch sparen, ohne das System zu zerstören — dadurch wird der EU-Druck entschärft und Zeit für strukturelle Reformen gewonnen. STATISTIK AUSTRIA+1

