Das geheimnisvolle „Blue-Orchid“-Planspiel der EU

MANUS AI – 25.9.2025

Im Februar 2019, nur wenige Monate vor dem Ausbruch der globalen COVID-19-Pandemie, führten die Europäische Kommission und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eine Krisenmanagement-Übung mit dem Codenamen „Blue Orchid“ durch.

Trotz der offiziellen Bestätigung ihrer Existenz bleibt diese Übung bis heute von einem Schleier der Geheimhaltung umgeben, was zu parlamentarischen Anfragen und öffentlicher Besorgnis geführt hat.


Besprechung zur Pandemieübung Blue Orchid mit strategischen Krisenreaktionsprotokollen und Karten.
Strategisches Meeting zur Pandemieübung Blue Orchid mit Krisenreaktionsprotokollen und wichtigen Daten zur Ausgangslage.


Offizielle Bestätigung und fehlende Transparenz


Die Durchführung von „Blue Orchid“ wurde am 30. Juni 2025 durch den EU-Kommissar Olivér Várhelyi in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage (E-001040/2025) bestätigt. Laut Várhelyi diente die Übung dazu, „Mechanismen, Verfahren und Kommunikationskanäle zwischen der Kommission und dem ECDC im Bereich des Krisenmanagements zu testen“. Diese Bestätigung kam jedoch erst, nachdem der österreichische EU-Abgeordnete Gerald Hauser (PfE) am 29. Juli 2025 eine spezifische Anfrage (E-003130/2025) gestellt hatte, da öffentlich keinerlei Informationen über die Übung zu finden waren.

Hauser kritisierte, dass weder auf der Website des ECDC noch in offiziellen Berichten oder Publikationen Details zu „Blue Orchid“ verfügbar seien. Diese Intransparenz ist ungewöhnlich, da die EU und ihre Agenturen normalerweise Handbücher und Berichte über solche Simulationsübungen veröffentlichen, wie etwa das ECDC-Handbuch zu Simulationsübungen aus dem Jahr 2014. Die fehlenden Informationen zu Inhalten, Szenarien, Teilnehmern und Ergebnissen von „Blue Orchid“ haben zu Spekulationen geführt und die Übung als „institutionelles schwarzes Loch“ bezeichnet.


Kontext der Pandemievorsorge


„Blue Orchid“ war Teil der routinemäßigen Vorsorgemaßnahmen der EU für grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren. Im selben Zeitraum, im März 2019, fanden auch regionale Expertenworkshops zur Pandemiebereitschaftsplanung statt. Diese Maßnahmen sollten die EU-Mitgliedstaaten auf eine mögliche Pandemie vorbereiten und die nationalen Pläne koordinieren. Die Tatsache, dass eine so relevante Übung kurz vor einer tatsächlichen globalen Gesundheitskrise stattfand, macht die Geheimhaltung umso brisanter.


Unbeantwortete Fragen


Die mangelnde Transparenz wirft eine Reihe kritischer Fragen auf, die bis heute unbeantwortet sind: Was waren die genauen Szenarien, die in „Blue Orchid“ durchgespielt wurden? Welche Erkenntnisse wurden aus der Übung gewonnen und welche Konsequenzen daraus gezogen? Und vor allem: Warum werden diese Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten?

Die Geheimhaltung um „Blue Orchid“ steht im Widerspruch zu den Grundsätzen der Transparenz und Rechenschaftspflicht, die für öffentliche Institutionen wie die EU von zentraler Bedeutung sind. Die Aufklärung über diese Übung ist nicht nur für die historische Aufarbeitung der Pandemievorsorge wichtig, sondern auch, um das Vertrauen der Bürger in die Krisenmanagementfähigkeiten der EU zu stärken. Solange die Details von „Blue Orchid“ im Dunkeln bleiben, wird die Übung weiterhin ein Symbol für die mangelnde Transparenz in der europäischen Pandemieplanung bleiben.


Referenzen:


•[1] Europäisches Parlament, Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-003130/2025, Gerald Hauser (PfE), 29. Juli 2025. Abrufbar unter: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2025-003130_DE.html

• [2] Europäisches Parlament, Antwort von Olivér Várhelyi im Namen der Europäischen Kommission, E-001040/2025(ASW), 30. Juni 2025. Abrufbar unter: https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2025-001040-ASW_DE.html

•[3] European Centre for Disease Prevention and Control, Handbook on Simulation Exercises in EU Public Health Settings, 2014. Abrufbar unter:


Die Unglaubwürdigkeit dieser EU scheint Methode zu sein!


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